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Die Szenarien für die Welt und die Schweiz

Der Szenarien-Raum bietet einerseits eine globale Sicht sowie andererseits eine Sicht auf die Schweiz. Die Szenarien bilden weder ein Idealbild noch die wahrscheinlichste zukünftige Entwicklung ab. Vielmehr zeigen sie unterschiedliche, mögliche Entwicklungsmöglichkeiten auf. Jedes Szenario beinhaltet Elemente, welche positiv oder negativ gewertet werden können. Daraus ergibt sich ein Narrativ, das Denkprozesse über die Zukunft unterstützen soll. Ergänzend zu den Szenarien werden extreme Einflüsse betrachtet, die mögliche Kipppunkte oder Ausreisser verdeutlichen und die Betrachtung über die in den Szenarien dargestellten Entwicklungen hinaus erweitern.

Insgesamt zeigt der Szenarien-Raum eine Bandbreite verschiedener denkbarer Zukünfte auf und bietet eine Grundlage um Denkprozesse über die anstehenden Herausforderungen und Chancen für die Schweiz sowie über die wichtigsten Handlungsfelder zu ermöglichen. Er ist breit angelegt, jedoch nicht abschliessend, da auch weitere Entwicklungen eintreten können und mitgedacht werden sollten.

Drei mögliche Zukünfte

Die Szenarien ermöglichen es, sich in verschiedene gesellschaftliche, technologische, wirtschaftliche, ökologische und politische Dimensionen einzudenken und etwaige Schlüsse daraus zu ziehen.

In jedem Szenario wird jeweils das internationale Umfeld des Szenarios beschrieben, in dem sich zentrale Entwicklungen und Dynamiken entfalten. Anschliessend wird dieses Zukunftsbild aus Schweizer Perspektive und mit seinen spezifischen Auswirkungen auf die Schweiz konkretisiert.

Szenario 1 – Geteilte Weltordnung

Die globale Ordnung ist tief gespalten: Zwei rivalisierende Grossmächte mit unterschiedlichen Wirtschafts- und Gesellschaftsmodellen ziehen die Welt in entgegengesetzte Richtungen, während Europa intern fragmentiert bleibt. Diese Rivalität dämpft den Welthandel, verschärft sozioökonomische Ungleichheiten und treibt damit soziale Polarisierung sowie Migration an. Zudem mündet der technologische Wettlauf zunehmend in hybride Konflikte, wodurch dringliche Umweltfragen ins Hintertreffen geraten – eine Entwicklung, die die ohnehin angespannte Lage weiter destabilisiert.

Szenario 2 – Regionale Allianzen

Die Welt zerfällt zunehmend in isolierte geopolitische, wirtschaftliche und teils militärische Einflusszonen, was Handel und technologischen Fortschritt bremst. In diesem fragmentierten Umfeld bleibt Europa ein Pol der Stabilität, sieht sich jedoch verstärkt hybriden Bedrohungen ausgesetzt. Beim Klimaschutz fehlen bislang die nötigen Innovationen und die internationale Koordination, während der Biodiversitätsverlust globale und regionale Ökosysteme gefährdet. Trotz stagnierender sozioökonomischer Ungleichheit nehmen die Migrationsbewegungen zu.

Szenario 3 – Dominierende Macht

Eine einzelne Macht dominiert die globale Bühne politisch, wirtschaftlich, technologisch und militärisch, setzt ihre Standards durch und drängt Europa in eine begrenzte Rolle. Diese Hegemonie befeuert eine neue Globalisierungswelle, die Wachstum und Sicherheitsstabilität fördert und tendenziell Ungleichheiten sowie Migrationsdruck mindert. Zwar festigt die technologische Dominanz die Abhängigkeit, doch dank ihrer Innovationen kommen der Klimaschutz voran, die Emissionen sinken und die Biodiversität wird gestärkt.

Welche extremen Ereignisse könnten die Szenarien überlagern?

Der Szenarien-Raum wird von weiteren extremen Einflüssen komplementiert. Es handelt sich hierbei um Einflüsse mit potenziell sehr starken Auswirkungen, welche ein gewisses Potential hätten, die übrigen Schlüsselfaktoren der Szenarien zu dominieren und somit die Szenarien als Ganzes erheblich zu verändern. Da diese als besonders unsicher eingeschätzt wurden, sind diese extremen Einflüsse nicht in einen Szenario-Pfad integriert. Ergänzend ermöglichen sie eine präzisere Ausgestaltung des Szenarien-Raums und machen seltene, schwer prognostizierbare, aber strategisch relevante Extremereignisse sichtbar. Die Liste der extremen Einflüsse ist nicht abschliessend.