Die Schweiz in der Welt
Der Szenarien-Raum verdeutlicht, dass sich die Rolle der Schweiz als Sitzstaat zahlreicher multilateraler Organisationen sowie ihrer Neutralität stark verändern kann. Geregelten Beziehungen zur EU und zu den Nachbarstaaten sowie die Pflege globaler bilateraler Beziehungen und Kooperationen kommt weiterhin in jedem Szenario hohe Bedeutung zu.
Beziehungen zur Europäischen Union und ihren Mitgliedstaaten
Die Szenarien veranschaulichen, dass die Europäische Union eine zentrale Akteurin und Koordinatorin auf dem europäischen Kontinent bleiben dürfte. Im Szenario der regionalen Allianzen verfügt sie über eine hohe Handlungsfähigkeit und bildet so die Grundlage für die wirtschaftliche und sicherheitspolitische Stabilität in Europa sowie darüber hinaus. Im Szenario der dominierenden Macht orientiert sie sich stark an dieser dominanten Grossmacht, spielt aber für die Implementierung derer Vorgaben weiterhin eine wichtige Rolle. Im Szenario der geteilten Weltordnung führt der Austritt eines wichtigen Mitgliedstaats zwar zu einem Bedeutungsverlust der EU, wobei sie aber weiterhin in gewissen Bereichen die Zusammenarbeit koordiniert. Es liegt daher im Interesse der Schweiz, mit der Europäischen Union und ihren Mitgliedstaaten – und insbesondere den Nachbarstaaten – stabile Beziehungen aufrecht zu erhalten und weiterzuentwickeln.
Zwischenstaatliche Beziehungen
Die Szenarien machen deutlich, dass die Schweiz im Jahr 2040 wirtschaftlich, technologisch und sicherheitspolitisch massgeblich abhängig von den Entscheidungen einer oder mehrerer global dominanter Grossmächte sein dürfte. Sie machen ebenso deutlich, dass die Schweiz auf gute Kontakte zu diesen sowie auch zu anderen Staaten angewiesen ist. Hierbei steht nebst sicherheitspolitischen Überlegungen v.a. auch der Zugang zu den Wirtschaftsräumen dieser Staaten im Vordergrund. Es liegt daher im Interesse der Schweiz, die Beziehungen zu verschiedenen Staaten aufrecht zu erhalten und weiterzuentwickeln.
Vermittlung und Gute Dienste
Die Szenarien zeigen, dass die Schweiz teils eine Sonderrolle in der Welt einnehmen kann. Im Szenario der regionalen Allianzen sowie teilweise im Szenario der geteilten Weltordnung gelingt es ihr, eine Vermittlungsposition zwischen den rivalisierenden Hemisphären bzw. den Weltregionen einzunehmen. Davon profitiert sie wirtschaftlich sowie sicherheitspolitisch, wird aber zugleich mit Kritik konfrontiert, da ihr Handeln als opportunistisch wahrgenommen wird. Die Vermittlungsrolle und die Guten Dienste können somit auch künftig Chancen für ein geschicktes Agieren in der Welt bieten.
Multilaterale Organisationen
Die Szenarien der geteilten Weltordnung und der dominierenden Macht zeigen auf, dass dominante Grossmächte versuchen können, multilaterale Organisationen zu instrumentalisieren oder mit eigenen Organisationen zu ersetzen. Zugleich zeigt das Szenario der regionalen Allianzen, dass multilaterale Organisationen in einer fragmentierten Welt eine wichtige Plattform für den globalen Dialog zwischen Staaten bieten. Als traditioneller Sitzstaat multilateraler Organisationen hat die Schweiz eine Sonderrolle. Diese gilt es zu wahren und zu fördern.
Weitere Handlungsfelder

Sicherheit und Verteidigung
Die Stabilität des politischen Systems und der gesellschaftliche Zusammenhalt bleiben zentrale Grundlagen, die es zu sichern gilt.

Gesellschaftliche Kohäsion
Die Stabilität des politischen Systems und der gesellschaftliche Zusammenhalt bleiben zentrale Grundlagen, die es zu sichern gilt.

Technologie- und Wissensstandort Schweiz
Die Schweiz verfügt über gute Voraussetzungen, um in der Entwicklung ausgewählter Technologien eine globale Führungsrolle einzunehmen. Gleichzeitig werden Abhängigkeiten in bestimmten Technologiebereichen sichtbar.

Wirtschaftliche Prosperität
Als exportorientierte und global vernetzte Volkswirtschaft ist die Schweiz auf den Zugang zu internationalen Märkten angewiesen. Gleichzeitig beeinflussen globale Interdependenzen, branchenspezifische Dynamiken sowie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen den Erfolg der Schweizer Wirtschaft.

Klima und Ökosysteme
Die Schweiz – insbesondere in den alpinen Regionen – ist überdurchschnittlich stark von den Folgen des Klimawandels betroffen. Gleichzeitig wird deutlich, dass zunehmende Investitionen in Anpassungsmassnahmen erforderlich sind.