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Förderung von Prototypen

Das Vorhaben Datenökosystem Schweiz unterstützt Prototypen, welche die Weiterentwicklung des Datenökosystems Schweiz beschleunigen. Sie sollen helfen, Erfahrungen mit interoperablen und vertrauenswürdigen Datenräumen zu sammeln.

Prototypen im Kontext des Datenökosystems erfüllen verschiedene Funktionen: Zum einen stellen sie die Konzeptionen des Datenökosystems auf den Prüfstand. Zum andern fliessen die Erfahrungen aus den Prototypen in die Gestaltung des Datenökosystems ein. Prototypen eigenen sich insbesondere, um technologie- und lösungsorientierte Architekturaspekte zu prüfen.

Unterstützung

Das Vorhaben Datenökosystem Schweiz unterstützt Prototypen finanziell, inhaltlich und personell. Interessierte Organisationen oder Projektteams können sich an die Anlaufstelle Datenökosystem Schweiz wenden, um die Unterstützung eines Prototyps im Rahmen des Datenökosystem Schweiz zu beantragen. Für Prototypen des Datenökosystem Schweiz gelten die folgenden Kriterien:

  • Der Use Case adressiert ein reales Bedürfnis.
  • Eine erste Beschreibung der Ziele und des Lösungsbeschriebs liegt vor.
  • Der Use Case verbindet Nutzende über mehrere Ebenen der Verwaltung hinweg.
  • Die Lösung kann skaliert und auch für andere Anwendungsfälle angewandt werden.
  • Der Use Case bringt einen konkreten Nutzen für das Datenökosystem Schweiz und dessen internationale Anschlussfähigkeit. Dieser Nutzen kann auch konzeptioneller Natur sein.

Für Rückfragen oder Prototyp-Ideen können Sie sich gerne an die Anlaufstelle Datenökosystem Schweiz wenden (dataspaces@bk.admin.ch). Weitere Informationen finden Sie zudem im Dokument Call to Action.

Bereits unterstützte Prototypen

Folgende Prototypen wurden bereits unterstützt:

Der Prototyp zu agridata.ch befasst sich mit dem Aufbau eines vertrauenswürdigen Datenraums für den Agrar- und Ernährungssektor. Mittels eines ersten Anwendungsfalls untersucht der Prototyp Möglichkeiten für einen effizienten Datenaustausch zwischen landwirtschaftlichen Betrieben und Kontrollstellen. Dabei liegt ein grosser Fokus auf der digitalen Selbstbestimmung der Landwirte. Die daraus resultierende Vorstudie präsentiert Erkenntnisse und Empfehlungen für den weiteren Aufbau des Datenraums.

Der Prototyp beginnt mit dem Aufbau eines interoperablen Datenraums, der Daten zur Ärzteschaft von unterschiedlichen Erhebungen und unterschiedlichen Datenproduzenten zusammenführt, um ein Gesamtbild der Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz zu erhalten. Die Basis bilden bestehende öffentlichen und privaten Daten. Im Zentrum des Monitorings steht eine nationale Webplattform, die nach Möglichkeit auch Daten auf kantonaler Ebene zur Verfügung stellt. Der Datenraum soll als Basis dienen, um z.B. nationale Massnahmen im Bereich Aus- und Weiterbildung zu erarbeiten. Längerfristig soll dieses Web-Monitoring auch für die kantonale Steuerung der ambulanten Leistungserbringer genutzt werden können.

Das Kantonsspital Baden (KSB) ist gesetzlich verpflichtet, Krebserkrankungen an das Krebsregister Aargau zu melden. Die manuelle Datenübermittlung ist jedoch aufwendig, da die relevanten Informationen unstrukturiert und über diverse Systeme verteilt sind. Um diesen Prozess zu automatisieren, hat das KSB – unterstützt durch das Projekt Datenökosystem – einen Prototyp entwickelt. Dieser strukturiert die Daten automatisch und anonymisiert sie vorab zum Schutz der Patientendaten.

  • Prototyp Basisdaten als Linked Open Data

Der Prototyp der Berner Fachhochschule untersucht, wie zentrale Verwaltungsdaten als Linked Open Data einfacher auffindbar, harmonisiert und wiederverwendbar gemacht werden können. Dafür wird ein Proof of Concept für einen Knowledge Graph entwickelt, der bestehende Datenquellen der öffentlichen Verwaltung wie LINDAS und ld.geo.admin.ch zusammenführt. Anhand konkreter Anwendungsfälle, etwa der Visualisierung von Gemeindefusionen und eines Widgets für Gemeinde-Webseiten, wird gezeigt, wie Basisdaten einfacher in Anwendungen integriert werden können. Begleitend werden relevante Basisdaten identifiziert sowie Best Practices, Governance-Strukturen und Finanzierungsmöglichkeiten für deren Bereitstellung erarbeitet. Damit trägt der Prototyp zur Interoperabilität, zur Reduktion von Doppelspurigkeiten und zur Weiterentwicklung vertrauenswürdiger Datenräume in der Schweiz bei.

  • Digitale Transformation der Raumplanung

Der Prototyp des Bundesamts für Raumentwicklung ARE untersucht, wie raumplanerische Daten über institutionelle Grenzen hinweg koordiniert und effizient genutzt werden können. Mithilfe KI-gestützter Methoden und eines Plattformprototyps sollen relevante Grundlagen wie Bau- und Zonenordnungen sowie Daten zu inneren Nutzungsreserven digitalisiert, harmonisiert und besser zugänglich gemacht werden. Die Plattform soll Basisdaten verknüpfen, Visualisierungen und Statistiken ermöglichen sowie Szenarien für fundierte raumplanerische Entscheide unterstützen. Damit leistet der Prototyp einen Beitrag zur Interoperabilität, zur Mehrfachnutzung von Daten und zur digitalen Transformation der Raumplanung in der Schweiz.

  • Prototyp EspaceMétéo API

MeteoSchweiz entwickelt einen EDR-API-Prototyp, um Wetter- und Klimadaten strukturiert, interoperabel und maschinenlesbar bereitzustellen. Die Schnittstelle soll Daten performant, sicher und standardisiert zugänglich machen und damit die Anschlussfähigkeit an einen künftigen Datenraum «EspaceMétéo» testen. Der Prototyp umfasst unter anderem den Ausbau der API-Infrastruktur, Monitoring, Zugriffsmanagement, erste Auditing-Funktionen sowie Tests. Damit trägt MeteoSchweiz zur Weiterentwicklung eines vertrauenswürdigen Datenökosystems Schweiz bei.

MeteoSchweiz verfügt über ein grosses eigenes Messnetz, das seit Jahrzenten permanent und häufig in Echtzeit Daten misst. Die Anwendungsfälle dieser Messungen und Daten sind sehr vielfältig und sektorübergreifend. Der Prototyp «Wetter & Klima» prüft die notwendigen Schritte in Richtung eines interoperablen Datenraums, um das Potential von Wetter- und Klimadaten im Datenökosystem Schweiz für neue sektorübergreifende Anwendungsfälle und Fragestellungen besser auszuschöpfen. Bis im Frühjahr 2025 erarbeitet MeteoSchweiz die Grundlagen dafür.

  • Prototyp Hydro-climate Datenraum

Der Prototyp der SUPSI untersucht den Aufbau eines hydroklimatischen Datenraums für ein besseres Risiko- und Katastrophenmanagement. Anhand der Überschwemmungen im Valle Maggia wird analysiert, wie relevante Daten zwischen Bund, Kantonen, Gemeinden, Forschung, Privatwirtschaft und Einsatzorganisationen sicher, interoperabel und rasch ausgetauscht werden können. Im Zentrum steht die Entwicklung eines übertragbaren Blueprints mit Governance-, Rechts-, Geschäfts- und Technikgrundlagen, nicht der Aufbau einer eigenen IT-Infrastruktur. Damit soll der Prototyp die Koordination, Frühwarnung und Entscheidungsfindung bei hydroklimatischen Extremereignissen stärken und zur Weiterentwicklung eines vertrauenswürdigen Datenökosystems Schweiz beitragen.

  • Prototyp LinkML

Der Prototyp vereinfacht die Erarbeitung von Standards für Datenstrukturen. Heute werden Standards oft parallel als Textdokument und als XML-Schema gepflegt, was Aufwand und Widersprüche verursachen kann. Mit LinkML können fachliche Anforderungen modelliert und automatisch in verschiedene technische Formate überführt werden. Geprüft werden insbesondere Mehrsprachigkeit sowie die Anbindung an XML/XSD im eCH-Kontext.

Dieser Prototyp untersucht eine verteilte Datenhaltung und deren vernetzte Nutzung anhand der Daten von natürlichen Personen (z.B. AHV-Nr., Name, Adresse, Zivilstand, …). Das Ziel ist es, mittels eines praktischen Beispiels zu verstehen, wie personenbezogene Daten sicher und vertrauenswürdig über mehrere Systeme genutzt werden können. Der Prototyp wird im Rahmen des Datenökosystem Schweiz umgesetzt

  • Prototyp MODI Sandbox

Das Bundesamt für Verkehr BAV entwickelt im Rahmen einer MODI-Vorstudie eine geschützte Sandbox, um ausgewählte Anwendungsfälle der Mobilitätsdateninfrastruktur exemplarisch zu testen. Im Zentrum steht die Vermittlung von Mobilitätsdaten zwischen Datenanbietenden und Datennutzenden, insbesondere für den Anwendungsfall «Routing Einsatzkräfte BORS». Dabei werden heterogene Datenquellen erschlossen, als Datenprodukte beschrieben und über eine Datenvermittlungsinfrastruktur nutzbar gemacht. Die Sandbox dient dazu, Anforderungen an Interoperabilität, Zielarchitektur, Datenprodukte, Teilnehmenden-Management und Visualisierung zu konkretisieren. Damit leistet der Prototyp einen Beitrag zur schrittweisen Entwicklung eines vertrauenswürdigen und interoperablen Mobilitätsdatenraums in der Schweiz.

  • Prototyp Sandbox Datenraum

Der Prototyp der Hochschule Luzern schafft einen niederschwelligen Datenraum zum Üben, Testen und Demonstrieren. Interessierte Organisationen können darin die Teilnahme an einem Datenraum, die Anbindung eigener Datenquellen sowie die Nutzung angebotener Daten praktisch erproben. Im Zentrum steht der Anwendungsfall eines virtuellen Heimenergiemanagementsystems im Gebäudesektor, für den Daten aus verschiedenen Quellen interoperabel bereitgestellt werden sollen. Der Prototyp umfasst unter anderem ein minimales Regelwerk, Open-Source-Konnektoren, einen Identity Hub, einen Katalog sowie Logging-Komponenten. Damit liefert der Sandbox Data Space technische und organisatorische Erkenntnisse für den Aufbau produktiver, vertrauenswürdiger Datenräume und trägt zur Weiterentwicklung des Datenökosystems Schweiz bei.

Mit der Studie « Geodaten als Basis für vertrauenswürdige Datenräume » schafft das Bundesamt für Landestopografie swisstopo eine Grundlage, um sich als Akteur in Bezug auf die Entstehung und den Betrieb vertrauenswürdiger Datenräume in der Schweiz in den kommenden Jahren besser positionieren zu können. Neben der Rolle von Geodaten in Datenräumen und der Rolle von swisstopo als Geschäftsstelle des GKG wird insbesondere auch die Umsetzung des Verhaltenskodex vertieft betrachtet.

  • Prototyp SwissAIRTD

Der Prototyp von Made in Bern und der Hochschule Luzern entwickelt ein offenes, standardisiertes und KI-kompatibles Datenmodell für den Schweizer Tourismus. Ziel ist es, bestehende touristische IT-Systeme besser zu vernetzen und Daten, insbesondere zu Points of Interest und Öffnungszeiten, für KI-Systeme wie grosse Sprachmodelle zuverlässiger nutzbar zu machen. Begleitend wird eine Methode erarbeitet, um die Wirkung der Datenaufbereitung auf die Sichtbarkeit und Qualität touristischer Informationen in KI-Anwendungen zu messen. Der Prototyp stärkt damit die semantische und technische Interoperabilität, verbessert die Wiederverwendung touristischer Daten und bereitet die Anschlussfähigkeit der Schweiz an europäische touristische Datenräume vor.

Mit dem Aufbau des TriRegio DataSpaces wird die Mehrfachnutzung von Daten der drei Städte Basel, Freiburg i.B. und Mulhouse ausgeweitet. Das Ziel ist, die Dreiländer-Region auch in digitaler Hinsicht zu stärken und aktiv zusammenzuarbeiten. In einem ersten Schritt werden folgende Aspekte analysiert und erste Grundlagen erarbeitet:

  • Die Gouvernanz eines länderübergreifenden Datenraums
  • Die notwendige Minimal-Interoperabilität
  • Eine Ist- und Soll-Aufnahme der künftigen Datenrauminfrastruktur
  • Studie Data Mesh 

Diese Studie untersucht, wie der Data Mesh-Ansatz zur Entwicklung gemeinsamer Daten in der Schweiz beitragen kann. Sie analysiert die Verbindungen zwischen Data Mesh und Datenräumen, mit einem besonderen Fokus auf Governance in föderalen Kontext, die Bereitstellung von Daten als Produkte und Self-Service-Infrastrukturen. Die Studie liefert damit konzeptionelle Grundlagen und Empfehlungen für die zukünftige Entwicklung interoperabler und vertrauenswürdiger Datenräume im Rahmen des Schweizer Datenökosystems.

Fraunhofer ISST Data Mesh und Data Spaces - White paper

Kontakt

Anlaufstelle Datenökosystem

Bereich Digitale Transformation und IKT-Lenkung (DTI)

Monbijoustrasse 91
3003 Bern

dataspaces@bk.admin.ch

agridata.ch – der Datenraum für den Schweizer Agrar- und Ernährungssektor

Prototyp «Linked Data» natürliche Personen

Swisstopo - Geodaten als Basis für vertrauenswürdige Datenräume

Automatisierte Datenextraktion für Krebsregister

Obsan - Erfahrungen mit Linked Open Data (LOD) im Rahmen des nationalen Ärztemonitorings