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Vereinnahmende religiöse Bewegungen

Die Glaubens- und Gewissensfreiheit ist in der Schweiz gewährleistet. Zu dieser Freiheit gehört, dass niemand zum Beitritt zu einer Religionsgemeinschaft gezwungen oder am Austritt gehindert werden darf. Ab und zu treten religiöse Bewegungen auf, die die Glaubens- und Gewissensfreiheit nicht respektieren.

Art. 15 der Bundesverfassung (BV) hält fest: Die Glaubens- und Gewissensfreiheit ist gewährleistet. Jede Person hat das Recht, ihre Religion und ihre weltanschauliche Überzeugung frei zu wählen und allein oder in Gemeinschaft mit anderen zu bekennen. Jede Person hat das Recht, einer Religionsgemeinschaft beizutreten oder anzugehören und religiösem Unterricht zu folgen.

Weil die Glaubens- und Gewissensfreiheit gewährleistet ist, und gemäss Art. 72 der BV für die Regelung des Verhältnisses zwischen Religionsgemeinschaften und Staat die Kantone zuständig sind, mischt sich der Bund nicht in religiöse Fragen ein und betreibt keine Religionspolitik. Er muss jedoch einschreiten, wenn die religiöse Freiheit des Einzelnen missachtet wird. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn eine Person gezwungen wird, einer Religionsgemeinschaft beizutreten oder anzugehören, eine religiöse Handlung vorzunehmen oder religiösem Unterricht zu folgen.

Immer wieder gibt es religiöse Gruppierungen, die von ihren Angehörigen bedingungslose Gefolgschaft bis zur Selbstaufgabe verlangen. Der Umgang mit solchen Gruppierungen stellt Angehörige von Betroffenen und Behörden vor schwierige menschliche und rechtliche Fragen. Aus diesem Grund gibt es in der Bundesverwaltung das Netzwerk „Vereinnahmende religiöse Bewegungen". Ihm gehören Fachleute aus verschiedenen Departementen an. Das Netzwerk hat beratende Funktion. Es überprüft auch die Information der Bevölkerung durch Bundesbehörden im Zusammenhang mit vereinnahmenden religiösen Bewegungen.

In den Kantonen gibt es Anlauf- und Beratungsstellen für Betroffene und für Angehörige von Menschen, die Opfer einer vereinnahmenden religiösen Bewegung geworden sind.


Zuletzt aktualisiert am: 16.01.2012

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